PCOS – Ist die Pille die einzige Lösung?

PCOS – Ist die Pille die einzige Lösung?

PCOS – Ist die Pille die einzige Lösung? 2560 1712 Vollkommen Weiblich

Hallo du Liebe,  
viele von euch haben sich einen Beitrag zu PCOS gewünscht. 

Vielleicht bist du selber betroffen oder hast die Vermutung das du PCOS hast, vielleicht ist aber auch deine Freundin betroffen und du möchtest dich einfach informieren. Daher will ich dir erst einmal ein paar Infos über das Polyzystische Ovarial-Syndrom geben. Häufig werden Frauen mit der Diagnose ziemlich allein gelassen und wissen gar nicht so richtig was nun zu tun ist. Die einzige Aussage die sie bekommen ist: „Dann nehmen Sie jetzt einfach die Anti-Babypille weiter!“. Aber das wollen nicht alle Frauen. Aus gutem Grund. Welche Auswirkungen die Pille auf den weiblichen Körper hat kannst du hier lesen.

Erst einmal vorweg, mit der Diagnose PCOS bist du nicht allein. Auch wenn dir diese Information jetzt nicht wirklich hilft, es sind in Deutschland knapp 5-10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter von PCOS betroffen. 

Was ist PCOS? 

Bei PCOS liegt eine hormonelle Störung vor, durch die es zu Zyklusunregelmäßigkeiten bis hin zum Ausbleiben der Menstruation kommt. Bei einigen Frauen tritt Hirsutismus (das ist männliche Behaarung), Akne oder Haarausfall auf. Und ein Großteil der Frauen haben mit Übergewicht zu kämpfen. 

Die Diagnose sollte nach den Rotterdam-Kriterien erfolgen. Dabei müssen zur Diagnose 2 von 3 Kriterien erfüllt sein, dazu gehören: 

  • Zyklusstörungen (Amenorrhoe oder Zyklen die länger als 35 Tage sind) 
  • Polyzystische Ovarien
  • erhöhte männliche Hormone im Blut

Außerdem sollten andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome verursachen. Dazu gehören z.B. Hashimoto, Adrenogenitales Syndrom (AGS) oder auch eine Hypophysenschwäche. 

Leider werden nicht immer so umfangreiche Untersuchungen gemacht und manche Frauen bekommen die Diagnose nur aufgrund eines Ultraschallbildes. Sollte das bei dir der Fall gewesen sein, dann lass bitte noch weitere Untersuchungen machen. Nur aufgrund eines Ultraschallbildes die Diagnose PCOS zu bekommen ist nicht ausreichend und es ist dann nicht 100% sicher das es  auch wirklich PCOS ist. 

Ebenfalls muss geschaut werden, ob es ein Post-Pill-PCOS ist. Diese Form von PCOS kann nach Einnahme der Pille auftreten, da das Hormonsystem noch nicht wieder richtig in Gang gekommen ist. Es werden Follikel gebildet, aber das Ei schafft es noch nicht wieder zu springen. Dadurch entstehen viele Follikel/Zysten. Also eigentlich nur ungesprungene Eizellen. Hier tritt seltener Übergewicht auf und meist gab es vor der Einnahme der Pille regelmäßige Zyklen.

Auch sollten die Schilddrüse, die Nebenniere und Entzündungswerte überprüft werden, denn diese können einen Einfluss auf die Ausbildung von PCOS haben. 

Von Adipositas, Insulinresistenz und Hypercholesterinämie sind bis zu 50 % der Patienten betroffen. Daher sollte ein Glukosetoleranztest durchgeführt werden um herauszufinden, ob eine Insulinresistenz vorliegt.

Besonders falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Stress und Alter, aber auch die Einnahme der Pille spielen bei der Entwicklung der Insulinresistenz eine Rolle. Durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung entsteht Fett. Im Bauchfett beispielsweise werden viele Substanzen gebildet die ebenfalls zu der Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen können.

Seelische Ebene 

Wenn man sich das Krankheitsbild PCOS einmal anschaut, liegt eine verstärkte Ausbildung männlicher Merkmale vor. Das lässt darauf schließen, dass das Thema „eigene Weiblichkeit“ im Mittelpunkt steht. Hier können die Themen weibliche Vorbilder, die eigene Rolle in der Familie, aber auch Grenzüberschreitungen oder sogar sexuelle Gewalt eine Rolle spielen. Ebenso Fragen  wie „Wie sehe ich meine eigene Weiblichkeit, wie möchte ich als Frau sein?“ oder „Habe ich viel Leistungsdruck?“

Es ist eine Betrachtungsweise und es sind Themen die vorliegen können, aber nicht müssen!

Muss es unbedingt die Anti-Babypille sein?

Nein, die Anti-Babypille ist nicht die einzige Lösung. Es gibt sehr viel was eine Frau selbst tun kann. Dazu gehört natürlich der Punkt Ernährung. Hier ist es am wichtigsten auf eine zuckerfreie, überwiegend pflanzliche Ernährung zu achten, einfache Kohlenhydrate zu meiden und gute Fette zu sich zu nehmen. 

Auch Rhythmus ist ein unglaublich wichtiges Thema. Denn dieser gesunde Rhythmus ist zurzeit nicht vorhanden. Dabei ist es egal ob es um den Rhythmus beim Essen, Schlafen oder für die Pausen geht. Außerdem sind rhythmische Bewegungen eine gute Ergänzung. 

Jetzt hast du ein paar ausführlichere Informationen über PCOS, die physische und psychische Betrachtungsweise und ein paar Anregungen was du selbst tun kannst, damit es dir besser geht. 

In Kürze habe ich einen weiteren Beitrag für dich, in dem du erfährst, was man bei PCOS außerdem noch tun kann. Hast du Fragen zu PCOS, dann schreib mir gerne. 

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