Verhütungsmethoden

Übersicht der verschiedenen hormonellen und hormonfreien Verhütungsmethoden

Kupferkette / Kupferspirale

Kupferkette / Kupferspirale

Kupferkette / Kupferspirale 2560 1920 Vollkommen Weiblich

Die Kupferspirale gibt es in Deutschland in vier verschiedenen Formen und mehreren Größen. Sie sind an der langen Seite, mit einem Kupferdraht umwickelt. Manche Spiralen haben zusätzlich Kupfermanschetten an den Querarmen. Außerdem gibt es noch eine Sonderform, die Kupferkette. Ich schreibe im Verlauf des Textes Spirale, weil es einfacher ist, als alle Formen aufzuzählen. Die Kupferspirale gibt ständig kleine Mengen Kupfer ab. Das Kupfer beeinträchtigt die Spermien. Somit sind sie nicht mehr so beweglich und können die Eizelle nicht mehr befruchten. Außerdem führt das Kupfer zu einer Fremdkörperreaktion, die das Mileu und die Schleimhaut in der Gebärmutter verändert. Dadurch kann keine Einnistung stattfinden, falls es doch zu einer Befruchtung kommen sollte. Nach dem Einlegen kann es vorübergehend zu Unterleibsschmerzen und Rückenschmerzen kommen. Die Mens kann stärker, länger und schmerzhaft sein. Außerdem kann die Spirale unbemerkt mit der Blutung ausgestoßen werden. Das kommt gerade in den ersten Monaten vor. Nach der Periode muss die Anwenderin regelmäßig den Rückholfaden ertasten, um sicher zu sein das die Spirale noch in der Gebärmutter liegt. 

Folgende Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage bekannt: 

  • Verstärkte Blutungen und Zwischenblutungen
  • Unterleibsentzündungen 
  • Anämie (Aufgrund der stärkeren Monatsblutung) 
  • Abdominelle Schmerzen (Bauchschmerzen) 
  • Ausfluss aus der Scheide
  • Vasovagele Synkope / kurzzeitig Bewusstlosigkeit 
  • Allergische Dermatitis, Urtikaria (Entzündliche Hauterkrankungen/Nesselsucht)
  • Bradykardie (langsamer Herzschlag)
  • Infektion des Genitaltraks, Sepsis, Infektion der Harnwege
  • Rückenschmerzen und Schmerzen in den Extremitäten
  • Uterusperforation 
  • Komplikationen bei der Einlage oder der Entfernung der IUP (Bruch, Einwachsen, Ausstoßen, Verlagerung des IUP) 

Da bei einer Kupferspirale ständig Kupfer abgegeben wird, erhöht es auch den Kupferspiegel im Blut. Bei manchen Frauen hat es Auswirkungen auf die Gesundheit. Ein erhöhter Kupferspiegel kann zu depressiven Verstimmungen führen. 

Der Perl-Index der Kupferspirale liegt bei:  0,9 – 3 

Die Kupferspirale muss natürlich von einer Gynäkologin eingesetzt werden. Dabei ist es wichtig das ihr euch eine Gynäkologin sucht die eure Gebärmutter ausmisst, die richtige Größe verwendet und das Einlegen beherrscht. 

spirale

Hormonspirale

Hormonspirale 2048 1365 Vollkommen Weiblich

Die dritthäufigste verwendete Verhütungsmethoden ist die Spirale. 

10 % der Frauen zwischen 18 und 49 Jahren verwenden sie. 

Die Hormonspirale ist ein Kunstoffkörper, der die Form eines T hat. In einem Teil ist ein Zylinder angebracht, der Hormone (Progestin) enthält. Diese werden dann nach und nach abgegeben. Die Spirale ist ungefähr so groß wie ein Tampon.  Sie wird in die Gebärmutterhöhle eingesetzt. Die Liegedauer ist zwischen 3- 5 Jahren. Das künstlich hergestellte Gelbkörperhormon (Progestin) heißt Levonorgestrel. 

Laut Packungsbeilage ist die Wirkung ein lokaler hormoneller Effekt. Die Hormone die abgegeben werden, unterdrücken den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Außerdem wird der Schleim am Gebärmutterhals verdickt, damit die Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können. 

Natürlich gelangen die Hormone aber über das Blut in den gesamten Körper.

Die gängigsten Hormonspiralen sind Mirena, Jades und Kyleena.  

Laut Packungsbeilage ist beispielsweise die Mirena für junge Frauen, die noch nicht geboren haben, nicht die Methode der ersten Wahl. 

Beim Einlegen und Entfernen einer Spirale kann es zu Schmerzen und Blutungen kommen. Außerdem können Herzkreislaufstörungen mit Bewusstseinsverlust und plötzlicher Blutdruck und Pulsabfall auftreten. Es kann beim Einlegen der Spirale zur Perforation (Durchstoßen) oder Penetration der Gebärmutterwand kommen. 

Die Spirale hat genau wie die Pille viele Nebenwirkungen. 

Sehr häufige Nebenwirkungen (Betrifft 1 von 10 Anwenderinnen) sind:
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen im Becken, Veränderung des Blutungsmusters (Verstärkte Blutung, zu seltene Monatsblutung, verminderte Blutung, Ausbleiben der Blutung, Schmierblutungen), Entzündungen der Scheide und des äußersten Genitals, Ausfluss aus der Scheide. 

Häufige Nebenwirkungen (betrifft 1-10 von 100 Anwenderinnen): 
Depressive Verstimmung, Depression, Nervosität, verringerte Libido, Migräne, Übelkeit, Akne, übermäßiger Haarwuchs mit männlichem Verteilungsmuster (Hirsutismus), Rückenschmerzen, Eierstockzysten, Schmerzhafte Monatsblutungen, Brustschmerzen, Brustspannen, Außstoßen der Spirale, Gewichtszunahme. 

Antibabypille

Antibabypille

Antibabypille 1920 1280 Vollkommen Weiblich

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel der Welt. Über 50 % aller jungen Frauen nehmen die Pille. Viele von ihnen haben aber mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Die Pille ist ein Medikament und trotzdem wird sie von so vielen jungen, gesunden Frauen eingenommen.

Die Pille hat über 100 Nebenwirkungen. Unter anderem gehört die Thrombose dazu. In den ersten 6 Monaten der Einnahme, ist das Risiko eine Thrombose zubekommen am höchsten. 

Gynäkologen verschreiben schnell die Pille und informieren wenig über Nebenwirkungen und alternative Verhütungsmittel. Gerade bei Mädchen in der Pubertät ist die Antibabypille sehr beliebt, denn sie macht reine Haut, große Brüste, volleres Haar, eine leichte Menstruation. Das beste an dieser Wunderpille ist, man muss nichts tun außer sie zu schlucken. Aber was nimmt ein Mädchen oder eine Frau dafür in Kauf? Sie kann Nebenwirkungen bekommen, wie zum Beispiel: Depressionen, Libidoverlust, Stimmungschwankungen, Migräne, Übelkeit, Schilddrüsenfunktionsstörung, Zysten

Wie wirkt die Pille? 

Häufig wird behauptet durch die Einnahme der Pille sei eine Frau Scheinschwanger, das ist aber nicht richtig.

Die Hormone in der Pille sind synthetisch hergestellte Hormone. Sie sind ähnlich wie die körpereigenen Hormone. Sobald also die Hormonersatzstoffe ins Blut gelangen, reagiert die Hypophyse. Da sie nicht erkennt das es kein körpereigenes Progesteron ist, welches da im Blut “herumschwirrt”, denkt sie der Eisprung hat bereits statt gefunden. Es wird dadurch kein FSH ausgeschüttet und folglich bleibt die Entwicklung der Eizelle aus. Es passiert das, was in einem natürlichen Zyklus in der zweiten Zyklusphase stattfindet. Nur eben den ganzen Zyklus über.

Für die verhütende Wirkung ist nur das Progestin relevant, der Östrogenanteil ist zur Zyklusstabilisierung enthalten.

Die körpereigene Hormonproduktion wird komplett abgeschaltet und der Körper durchgehend auf einem gleichbleibenden Hormonlevel gehalten. Dadurch sind die weiblichen Organe wie Eierstöcke beispielsweise wie in einem Tiefschlaf.

Und übrigens: Die Menstruation ist keine wirkliche Menstruation. Sie entsteht nur durch den Abfall der Hormone.

Um noch besser zu verstehen wie die Pille wirkt, solltest du deinen Zyklus kennenlernen.  

Mittlerweile gibt es 4 Generationen der Antibabypille. Die Pille sollte von Generation zu Generation verbessert und die Nebenwirkungen minimiert werden. Das ist leider nicht passiert, sogar eher das Gegenteil ist der Fall.  Unterscheiden tun sich die jeweiligen Generationen in ihren Inhaltsstoffen. 

Bei der Pille der 3 und 4 Generation ist beispielsweise das Thromboserisiko doppelt so hoch wie bei den ersten beiden Generationen. 

Und es gibt noch eine erschreckende Wirkung der Pille. Nimmt ein Mädchen, das noch im Wachstum ist, die Pille ein, hört die Gebärmutter auf zu wachsen. Sie ist zwar in der Lage weiter zu wachsen, sobald die Pille abgesetzt wird, das kann aber zwischen 6 und 12 Monaten dauern. Relevant wird diese Tatsache dann, wenn einen Frau zu einem späteren Zeitpunkt einen Kinderwunsch hat. 

Die Pille hat auch Auswirkungen auf die Partnerwahl. Über den Körpergeruch können wir erkennen, ob ein Mensch zu uns passt. Dafür sind die Pheromone zuständig. Durch die Pille verändert sich der Geruch einer Frau und auch der Geruch des evtl. Partners wird anders wahrgenommen. Die Pilleneinnahme ist also auch für die Partnerwahl ein großes Hindernis, wenn eine Beziehung lange halten soll. 

Du möchtest die Pille absetzen? Dann lese hier wie du einfach natürlich verhüten kannst oder schreib mir eine Nachricht für ein kurzes kostenloses Kennlerngespräch.

portiokappe

Portiokappe

Portiokappe 6000 4000 Vollkommen Weiblich

Die Portiokappe ist zurzeit nur von einem Hersteller erhältlich und heißt FemCap. Sie besteht aus Silikon und wird direkt auf den Muttermund gesetzt. Die FemCap ist wiederverwendbar, hypoallergen und latexfrei. 

Sie muss nach dem Sex 6, besser 8 Stunden vor dem Muttermund liegen bleiben. Eingesetzt werden muss sie vor der sexuellen Erregung. 

Die Portiokappe wird ebenfalls mit einem spermienhemmenden Gel verwendet. Darf bis zu 2 Stunden vorher eingesetzt werden und kann bis zu 48 Stunden eingesetzt bleiben. Die Haltbarkeit liegt bei mindestens 1 Jahr. Die Portiokappe hat keinen Einfluss auf das sexuellen Empfinden und Gewohnheiten.  Allerdings braucht man für das einsetzen etwas Übung, es ist nicht ganz so einfach.

Die Portiokappe ist in 3 Größen erhältlich:

  • Klein 22 mm: für noch nie schwanger gewesene Frauen
  • Mittel 26 mm: für Frauen die einmal Schwanger gewesen sind, nach Fehlgeburt, nach Kaiserschnittentbindung oder nach einem Schwangerschaftsabbruch.
  • Groß 30 mm: für Frauen die vaginal entbunden haben

HINWEIS: Natürlich schützen die Barrieremethoden nicht vor Geschlechtskrankheiten! 

Diaphragma

Diaphragma

Diaphragma 1024 682 Vollkommen Weiblich

Das Diaphragma besteht aus einem Federring und einer Silikonmembran. Es wird in die Scheide eingeführt und bedeckt den Muttermund vollständig. Das Diaphragma liegt zwischen dem hinteren Scheidengewölbe und der Nische am Schambein. Es verhindert das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Zusätzlich wird es mit einem spermienhemmenden Gel verwendet. Durch das Gel hat das Diaphragma eine dreifache Sicherheit, denn du hast die Silikonmembran als mechanische Barriere, die Zellulose im Verhütungsgel als zusätzliche Barriere und den saureren PH-Wert (3,8) und die Viskosität des Verhütungsgels hemmt die Mobilität der Spermien. 

Was muss man bei der Anwednung beachten?

  • Es darf höchstens 2 Stunden vor dem Sex eingesetzt werden
  • Nach dem Sex sollte es mindestens 6, lieber 8 Stunden (Sicherheitspuffer) in der Vagina verbleiben
  • Es dauert 1-3 Stunden bis die Spermien in der Scheide untergehen
  • Die maximale Tragezeit liegt bei 24 Stunden
  • Es darf nicht mit einem Diaphragma gebadet werden, da es dann nicht mehr sicher ist, denn das Gel könnte sich verflüssigen
  • Ein Diaphragma kann bis zu 2 Jahre verwendet werden. 

Warum sollte ein Diaphragma verwendet werden? 

  • Es ist hormonfrei
  • Es ist einfach in der Handhabung 
  • Es gibt keine Nebenwirkungen 
  • Es ist beim Sex nicht zu spüren 
  • Es ist eine selbstkontrollierte Verhütungsmethode 
  • Es muss nur dann verwendet werden, wenn es benötigt wird 
  • Es ist auch für Frauen in der Stillzeit geeignet

Wann sollte es nicht verwendet werden? 

  • Innerhalb der ersten 6 Wochen nach einer Geburt 
  • Bei starker Absenkung des Beckenbodens/Gebärmuttersenkung 

Es gibt anpassungsfähige Diaphragmen, welche in Kürze wieder erhältlich sein sollten. Außerdem gibt es  das Caya Diaphragma, welches für 86% der Frauen geeignet sein soll. 

Sicherheit: 

Bei korrektem Einsetzen und korrekter Anwendung des Gel´s werden 1,2 – 2 Frauen von 100 Frauen in einem Jahr schwanger. Die durchschnittliche Sicherheit liegt allerdings bei 6 – 8 Schwangerschaften. Das Entspricht auch der Sicherheit der Pille. 

HINWEIS: Natürlich schützen die Barrieremethoden nicht vor Geschlechtskrankheiten! 

Du möchtest dir ein Diaphragma anpassen lassen oder wissen ob das Caya dir passt. In der Praxis kann ich dir ein Diaphragma anpassen.

NFP

NFP / Symptothermale Methode

NFP / Symptothermale Methode 2048 1365 Vollkommen Weiblich

Natürliche Familienplanung, kurz NFP, gehört zu der symptothermalen Methode. Der Begriff ist erst einmal abschreckend, denn wer sich mit dem Thema Verhütung beschäftigt, denkt erst einmal nicht an die Familienplanung. Aber NFP beschäftigt sich mit den Themen Verhütung und Kinderwunsch. Und auch das Thema Verhütung ist eine bewusste „Familienentscheidung“.  Viele verschiedene Methoden werden unter dem Begriff “Symptothermale Methode” zusammengefasst und der Begriff NFP wird oft verwendet. Achtet immer darauf das ihr NFP nach Sensiplan nutzt. Diese Methode wird bereits seit vielen Jahren erforscht und ist bei richtiger Anwendung sehr sicher.

Bei der symptothermalen Methode werden die Basaltemperatur und weitere Körpersignale beobachtet. So kannst du erkennen wann du fruchtbar bist und zusätzlich verhüten musst und wann nicht. Es gibt Körpersymptome die von Frau zu Frau unterschiedlich sind, wie zum Beispiel ein “Ziehen im Bauch” beim Eisprung (den Mittelschmerz) oder Brustsymptome (zB. ein Spannungsgefühl in der Brust). Und es gibt Symptome die bei jeder Frau zuverlässig beobachtet werden können. Das sind Temperatur und Zervixschleim oder der Muttermund. Diese Symptome verändern sich im Laufe eines Zyklus und so kann eine Frau erkennen wann sie fruchtbar ist und wann nicht.

 Um das zu erkennen musst du dich mit dir und deinem Körper beschäftigen sowie mit der Methode, und den Auswertungsregeln. 

Die Symptothermale Methode wird seit über 30 Jahre wissenschaftlich erforscht und bietet eine hohe Sicherheit. Da der Perlindex nicht wirklich aussagekräftig ist, gibt es die Anwendersicherheit (1,8) und die Methodensicherheit (0,4). Dies ist genau so sicher wie die der Pille. 

Du möchtest ein Beratungsgespräch? Dann schreib mir eine Nachricht für ein kurzes kostenloses Kennlerngespräch.